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Nr. 22 | Frühjahr 2006

alles fließt

Wasser – Element des Lebens

Editorial

Es ist eine Tatsache und trotzdem verblüffend: 70 Prozent des Körpers eines erwachsenen Menschen bestehen aus Wasser! Kaum vorstellbar, wider-
spricht dieser Sachverhalt doch – zumindest vordergründig – unserem Selbstgefühl: Unser Körper scheint eher auf festen Knochen und kraftvollen Muskeln gegründet zu sein als auf Flüssigkeit.

Wollen wir verstehen, wie der „Flüssigkeitsmensch“ in uns mit Krankheitsund Gesundungsprozessen zusammenhängt, so müssen wir die 70 Prozent Wasser in unserer Vorstellung buchstäblich in Bewegung bringen. Wenn wir unseren Puls fühlen, bekommen wir eine Ahnung davon, wie das Blut in unseren Adern strömt. Es pulsiert rhythmisch, es ist bis in die feinsten Kapillaren in Armen und Beinen ständig in Bewegung, hin- und zurückflutend. Das Wasser läuft uns im Munde zusammen, und der Schweiß rinnt uns von der Stirn. Strömend bewegt sich Lymphe durch unsere Lymphgefäße, fließen Flüssigkeiten in und zwischen Niere und Blase, bewegt der Darm einen schaumig-flüssigen Speisebrei.

Dieses rhythmisch bewegte Strömen in uns steht mit dem Kreislauf des Wassers in der uns umgebenden Natur in engem Zusammenhang. Ohne Wasser, ohne Fließen gibt es kein Leben.

Quellen, Bäche, Flüsse können mit ihrem wirbelnden Sprudeln unsere Vorstellung davon anregen, wie das alles belebende Strömen in uns verläuft. Wasser ist etwas sehr Besonderes – und dies wollen wir Ihnen in dieser Ausgabe von medizin individuell vor Augen führen. Damit Sie anschließend jeden Regentropfen, jede Pfütze, jeden Fluss und jeden Nebel mit anderen Augen betrachten!

Wir beginnen unseren Weg bei den speziellen Qualitäten des Wassers, die Bernd Bogusch uns in seinem Essay über das Wasser als Mittler des Lebens nahebringt, und die uns staunen lassen über Selbstverständliches, das so selbstverständlich gar nicht ist. Am Beispiel einer Schilf-Kläranlage zeigen wir Ihnen, wie Wasser unter Nutzung natürlicher Kräfte wieder sauber werden kann. In der Bäckerei Herzberger in Fulda gelingt es, mit über Kaskaden „belebtem“, sauerstoffreichem Wasser schmack-
haftere und haltbarere Backwaren herzustellen. Und Wasser kann zum Heilmittel werden – äußerlich wie innerlich. Wir lassen Sie eine Fußwaschung erleben, nehmen Sie mit zum Wasser-Shiatsu und ins Öl-Dispersionsbad. Wir erzählen Ihnen von den Wirkungen der fließenden Farben und vom Levico-Heilwasser.

Folgen Sie uns bei der Suche nach dem „Wasser des Lebens“, von dem es im Märchen heißt: „Es war einmal ein König, der war krank, und niemand glaubte, dass er mit dem Leben davon käme. Da sagte der Alte: „Ich weiß noch ein Mittel, das ist das Wasser des Lebens. Wenn er davon trinkt, so wird er wieder gesund: es ist aber schwer zu finden.“

Herzlich, Ihr Peter Zimmermann
Vorstand des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke

Hier können Sie eine Leseprobe dieser Ausgabe als Acrobat PDF herunterladen.