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Nr. 26 | Frühjahr 2007

der darm

Reizdarm, Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn
Heilmethoden der Anthroposophischen Medizin


Editorial

Lassen Sie mich mit einem Zitat beginnen. Es stammt von Wolfgang Amadeus Mozart, der am 3. Dezember 1777 aus Mannheim schrieb: „Ma très chère Cousine. Bevor ich Ihnen schreibe, muss ich aufs Häusel gehen - - - jetzt ist´s vorbey! ach! - - - nun ist mir wieder leichter ums Herz! – jetzt ist mir ein Stein vom Herzen – nun kann ich doch wieder schmausen! - - nu, nu, wenn man sich halt ausgeleert hat, ist´s noch so gut leben…“

Andere Zeiten – andere Sitten! Nun korrespondierte auch Mozart nicht mit jedem so „wild, krumm und lustig“ wie hier mit seinem „Bäsle“ Maria Anna Thekla. Und auch vor 230 Jahren sprach nicht jeder so offen und humorvoll über den Darm wie der 21jährige Mozart. Und doch war das Thema Verdauung und Ausscheidung damals weit weniger tabu als heute. Andere Hygienevorstellungen, andere Wohnbedingungen machten es unausweichlich, tagtäglich damit konfrontiert zu werden.

Hören wir also noch ein wenig zu, wenn Mozart ganz im Stil einer italienischen Oper fortsetzt: „Mein Arsch brennt mich wie Feuer, was muss das nicht bedeuten! -- vielleicht will Dreck heraus? – ja, ja, Dreck, ich kenne dich, sehe dich und schmecke dich -- und -- was ist das? -- ists möglich? -- ihr Götter! -- Mein Ohr, betrügst du mich nicht? --- Nein, es ist schon so -- welch langer, trauriger Ton!“ So eindrücklich macht sich der Darm durchaus auch dem Gesunden bemerkbar. Und um wieviel mehr wohl dem Kranken, der sich nicht darauf verlassen kann, das alles durch Dick und Dünn seinen rechten Gang geht.

Drei Krankheitsbilder stellen wir in dieser Ausgabe vor: das Reizdarm-Syndrom, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Alle drei sind chronische Krankheiten. Sie erfordern viel Geduld vom Betroffenen und vielfältige Therapien, die auch
Änderungen des Lebensstils mit einschließen. Aber keine Sorge: bei aller Offenheit geht es in dieser Ausgabe von medizin individuell ästhetisch zu. Das zeigt Ihnen schon unser Titelbild, das einen 800fach vergrößerten Blick in den Dickdarm erlaubt.

Um es mit dem Frankfurter Dichter und Schriftsteller Robert Gerhardt zu sagen, den die eigene Krankheit – Darmkrebs – zum Galgenhumor zwang, anlässlich einer Darmspiegelung, einer Fahrt durch „rote Grotten, feuchte Schlünde“: „… dass man etwas Mut beweist und den Darm charakterfest / einer Spieglung überlässt. / Einer Spieglung? Einer Reise!/ Langsam, lichtgestützt und leise / dringt das Auge ins Gekröse, / übermittelt gute, böse / Bilder und ein Monitor / stellt sie Arzt und Model vor…“

Herzlich, Ihr Peter Zimmermann
Vorstand des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke

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