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Nr. 27 | Brustkrebs

Nr. 27 | Herbst 2007

brustkrebs

Die eigene Mitte finden und wahren

Editorial

Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebserkrankung. Rein statistisch besteht bei jeder neunten Frau in Deutschland das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Und steigt mit zunehmendem Alter: 2002 erkrankten bei den über 50jährigen zwei bis drei von 1000 Frauen. Aber auch bei den 35- bis 40jährigen war eine von 2.000 Frauen betroffen. Insgesamt sind etwa 40 Prozent der erkrankten Frauen jünger als 60 Jahre.

Was kann eine Frau tun, wenn sie mit der schockierenden Diagnose "Brustkrebs" konfrontiert wird? Was kann ihr die Kraft geben, es mit einer Krankheit aufzunehmen, die ihr Leben bedroht und bei der auch die Therapie ihre weibliche Identität zu verletzen droht? Findet sie Menschen, denen sie vertrauen kann und die sie auf ihrem Weg begleiten? Einem Weg, den jede Frau selbst finden muss denn kaum eine Tumorerkrankung ist so individuell wie Brustkrebs. Was ist zu tun, damit sich eine Frau dem für sie oft undurchschaubaren modernen Medizin-Apparat nicht hilflos ausgeliefert und unter Druck gesetzt fühlt? Der sie zwingt, schnelle Entscheidungen zu treffen, obwohl dafür meist keine Not besteht, und der ihr damit eine echte Wahl unmöglich macht. Fragen, auf die diese Ausgabe von medizin individuell versucht, Antworten zu geben immer mit dem Ziel: die Angst zu nehmen. Die Angst vor der Krankheit, vor dem Leiden, vor einer ungewissen Zukunft. Denn: "Die Angst als Mittelpunkt schwächt die eigene Lebenskraft" sagt die Schriftstellerin Angelika Mechtel in ihrem "Krebstagebuch".

Die Beiträge in dieser Ausgabe von medizin individuell wollen Mut machen. Sie wollen auf der Suche nach dem eigenen Weg durch die Krankheit und über sie hinaus Mosaiksteine zusammenfügen. Es sind Mosaiksteine der Lebenskraft. Denn Brustkrebs stellt die Frage nach dem Zusammenhang unserer seelischen mit unseren körperlichen Abwehr- und Aufbaukräften. Und die Frage danach, was uns in unserem Leben wirklich wichtig ist.

Hier können Sie eine Leseprobe dieser Ausgabe als Acrobat PDF herunterladen.