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Nr. 28 | Quellen der Kraft

Nr. 28/29 | Winter 2007/2008

quellen der kraft

Anthroposophische Akut-Einrichtungen
und Reha-Kliniken in Europa

Editorial

„Krankenhäuser sollten zu Orten werden, in denen es den Menschen besser geht als zu Hause.“ Wer wollte diesem Satz von Ellis Huber und Kurt Langbein aus ihrem Buch „Die Gesundheits-Revolution“ nicht zustimmen? Schließlich sollte jedes Krankenhaus ein „therapeutisches Milieu“ bilden, in dem alle Maßnahmen nicht nur der Lebensrettung oder dem auf die akute Symptomatik zielenden Eingriff dienen. Ein gesundes Krankenhaus wäre ein Ort, an dem es ebenso wichtig ist, die Gesundheit der Patienten zu fördern. Ein Ort der Heilung also.

Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so: Der massive Wettbewerbsdruck durch das Finanzierungssystem der Fallpauschalen und die chronische Unterfinanzierung der Investitionen durch die Länder zwingen alle Krankenhäuser zu heftigen Rationalisierungsmaßnahmen. Wer überleben will, muss immer mehr und immer schwerer Kranke in immer kürzerer Zeit mit möglichst wenigen Mitarbeitern behandeln. Am stärksten bedroht sind die kommunalen Krankenhäuser, aber auch die frei-gemeinnützigen ohne Privatkapital im Rücken haben es äußerst schwer, die gerade von ihnen vertretenen karitativen Ideale hochzuhalten.

Akut-Krankenhäuser müssen heute ihre Rolle als Ort der akuten Intervention annehmen. Wenn dabei das Heilen und die Förderung der Gesundheit nicht auf der Strecke bleiben sollen, muss die Funktion des Krankenhauses im gesamten Behandlungsprozess neu gedacht werden. Damit bekommen auch die Reha-Kliniken einen neuen Stellenwert. Reha-Medizin zielt stärker auf die nachhaltige Gesundung und die Stärkung der Eigenaktivität der Patienten. Im Zusammenspiel von Akut- und Rehamedizin kann gerade der wachsenden Zahl der chronisch Kranken besser geholfen werden.

Anthroposophische Krankenhäuser wissen sich einem gemeinsamen Ideal verpflichtet: einer Medizin, die dem einzelnen Patienten in seiner individuellen Lebenslage angemessen ist – mit Schulmedizin und seriöser Komplementärmedizin. Spezialisierung und Ganzheitlichkeit – das macht die doppelte Kompetenz der anthroposophischen Kliniken aus.

Der Überblick über die anthroposophischen Kliniken in Europa in dieser Ausgabe von medizin individuell zeigt, welche Vielfalt unter den verschiedensten Bedingungen in den einzelnen Ländern entstanden ist. Er macht auch deutlich, dass die Voraussetzungen für eine individuelle Medizin in Deutschland noch immer recht günstig sind. Darin liegt eine besondere Verantwortung. Helfen Sie mit, diese Bedingungen zu erhalten! Wir wollen, dass Sie sich bei uns wohl fühlen, aber noch mehr: wir wollen, dass Sie sich bei uns als Mensch wahrgenommen fühlen.

Hier können Sie eine Leseprobe dieser Ausgabe als Acrobat PDF herunterladen.