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Nr. 30 | das Herz

Nr. 30 | Frühjahr 2008

das herz

Organ der Mitte

Editorial

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland wie in den meisten Industrie-ländern die häufigste Todesursache, mit großem Abstand vor Krebs. Ihre Behandlung verursacht im Vergleich zu anderen Krankheiten die höchsten Kosten. Zwar ist dieser Trend in den letzten Jahren leicht zurückgegangen. Dies ist aber vor allem auf die Fortschritte in der Akutmedizin in den ersten Stunden nach dem Infarkt zurückzuführen. Maßnahmen, um einem Herzinfarkt vorzubeugen, sind dagegen bisher wenig erfolgreich gewesen. Bei den Frauen ist – vor allem wegen des Rauchens – die Infarktrate sogar angestiegen.

Weltweite Studien haben gezeigt, dass über die Hälfte der Erkrankungs- und Sterberate durch den Lebensstil beeinflusst werden können. Wer aufhört zu rauchen, seine Ernährung auf mediterrane Kost umstellt und sich regelmäßig und ausdauernd bewegt, tut mehr für sein Herz, als alle Medikamente zu bewirken vermögen.

Warum aber hören wir so wenig auf unser Herz? Die Durchblutungsstörungen in den Arterien des Herzens entwickeln sich langsam und unbemerkt über viele Jahre hinweg, bevor erste Symptome wie das Gefühl der Herzenge bei einer Angina pectoris auftreten. Das physiologische Ungleichgewicht ist offenbar für unsere Körperwahrnehmung kaum spürbar – oder überhören wir nur die frühen Signale? Sind wir einfach nicht aufmerksam genug?

Wenn wir das Herz als das Zentralorgan unseres Körpers verstehen lernen, das seismographisch genau darauf reagiert, wie wir seelisch gestimmt sind, vor allem darauf ob unser Wach- und Schlafrhythmus stimmig ist, sind wir vielleicht eher bereit, etwas für seine – unsere – Gesundheit zu tun. Es geht um unsere Fähigkeit zur schwingungsfähigen Anpassung an die alltäglichen Anforderungen.

Ist unsere tägliche Aktivität im rechten Rhythmus zwischen „herzhaftem“ Tun und abwägendem Besinnen? Stimmt das Gleichgewicht zwischen „herzlicher“, liebevoller Zuwendung und analytischer Reflexion? Entwickeln wir beides: „Mut“ und „Milde“, wie dies der Dortmunder Arzt Hendrik Vögler pointiert genannt hat? „Milde“ im Sinne des kleinen Prinzen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“.

Medizin individuell möchte Sie mit dieser Ausgabe anregen, über einen herzerquickenden Lebensstil nachzudenken. Denn darum geht es, in der akuten Krise des Herzinfarkts in der Klinik ebenso wie bei der nachhaltigen Unterstützung in der „Herzschule“ oder der Herzsportgruppe. Hören Sie auf Ihr Herz!

Hier können Sie eine Leseprobe dieser Ausgabe als Acrobat PDF herunterladen.