Zur Startseite...
Nr. 34 | Kinder

Nr. 31/32 | Sommer 2008

kinder

freiraum erleben,
mit fähigkeiten wachsen

Editorial

Das erste Kind, Schwangerschaft und Geburt sind für viele Eltern die Lebensphase, in der sie zum ersten Mal gründlich über Gesundheit nachdenken. Sind sie doch zum ersten Mal nicht nur für das eigene Wohl, sondern für das eines anderen, noch dazu besonders schutzbedürftigen Wesens verantwortlich. Die Ergebnisse einer Studie des Robert-Koch-Instituts über die Gesundheit der Kinder in Deutschland geben Anlass, genauer über die Frage nachzudenken: Was brauchen Kinder, um gesund aufzuwachsen? Denn obwohl Infektionskrankheiten und Unfälle weiter zurückgehen, nehmen allergische und chronische Erkrankungen ebenso zu wie emotionale Probleme und Verhaltensstörungen.

Was also können Eltern tun, um ein Kind vor Krankheiten zu schützen, wie helfen sie ihm am besten, wenn es doch einmal krank wird? Viele junge Eltern sind zutiefst verunsichert und haben nur selten Antworten auf diese Fragen. Vorbilder aus der eigenen Familie gibt es kaum noch. Die Flut von Ratgeberliteratur ist wechselnden Moden unterworfen.

Der Weg, den die Forschung der vergangenen Jahre hier weist, ist denkbar einfach: Weniger ist mehr. Weniger Reize, weniger Radio, Fernsehen, Computer, weniger Spielzeug, weniger Hektik, weniger Fertigkost. Dafür mehr Zeit bei alltäglichen Verrichtungen wie Wickeln, Füttern, Waschen. Mehr direkte, ungeteilte Zuwendung. Mehr Muttermilch und später mehr vollwertige Bio-Kost. Mehr Mut, sich individuell mit der Frage der Impfungen auseinanderzusetzen. Mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Kind, mehr Raum für eine ungestörte Bewegungsentwicklung. Und in Krankheitsphasen: mehr Bereitschaft, das Kind durch diesen Prozess, der zu einer gesunden Kindheit dazugehört, individuell zu begleiten.

Dass ein Kind gesund heranwachsen kann, hat auch viel damit zu tun, dass Eltern sich in die Situation des Babys hineinversetzen können. Dass sie erspüren, was das Kind jetzt braucht und was gut oder auch nicht gut für es ist. Dass sie es in seiner Persönlichkeit wahrnehmen und annehmen. Denn nichts hilft einem Kind mehr zu Selbstvertrauen und somit auch zu Selbstsicherheit und -bewusstsein als die Gewissheit: Ich bin gut und richtig so, wie ich bin.

Zu diesem Lernprozess möchten wir Sie mit dieser Ausgabe von medizin individuell ermutigen. Es ist ein Weg, der über die übliche Prävention im Sinne von Er-nährung und Bewegung hinausgeht. Sie werden gesunden ebenso wie kranken Kindern und deren Eltern begegnen, darüber hinaus professionellen Helfern. Und da sich alles ums Lernen dreht, gehen Pädagogik und Medizin hier Hand in Hand. Unsere Beispiele haben wir in dieser Ausgabe aus den ersten Lebensjahren gewählt. In einem zweiten Teil, der voraussichtlich im Frühjahr 2009 erscheinen wird, steht dann die Gesundheit von Schulkindern und Jugendlichen im Mittelpunkt.

Hier können Sie eine Leseprobe dieser Ausgabe als Acrobat PDF herunterladen.