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Nr. 35 | Bluthochdruck

Nr. 35/36 | Herbst 2009

bluthochdruck

Das Drei-Typen-Konzept

Editorial

Bluthochdruck gilt als der wichtigste Risikofaktor für Herzschwäche und Herzinfarkt, aber auch für Schlaganfall und Nierenversagen, vor allem im höheren Alter. Viele Menschen wissen nicht, dass ihr Blutdruck zu hoch ist. Früherkennung und rechtzeitige Behandlung sind also ein wichtiges Thema. Aber noch beunruhigender erscheint es, dass nur etwa ein Fünftel der Patienten, die wegen Hochdruck medikamentös behandelt werden, auch dauerhaft einen normalen Blutdruck erreichen.

Bluthochdruck ist mit ca. 30 Prozent die häufigste Diagnose in der Hausarztpraxis und bei Internisten. Medikamente gegen den Hochdruck stehen an erster Stelle der Arzneimittelverordnungen, Tendenz: steigend. Die Krankenkassen geben jährlich mehr als 2 Milliarden Euro dafür aus, das sind etwa 23 Euro pro Versichertem, mehr als 200 Euro für jeden an Hochdruck Erkrankten pro Jahr. Medikamente gegen den Bluthochdruck stellen also einen wichtigen Markt dar.

Warum die Behandlungserfolge jedoch trotz medikamentöser Behandlung nicht überzeugend sind, wird oft mit "mangelnder Compliance" erklärt: Hinter diesem Fachausdruck verbergen sich die verschiedensten Ursachen, er verschleiert mehr als er erklärt. Manche Patienten, die die Hochdrucksymptome nicht spüren, vergessen es, die Medikamente einzunehmen, oder sie schlucken sie nicht regelmäßig. Andere setzen die Medikamente wegen unangenehmer Nebenwirkungen ab.

Was also ist zu tun? Ganz allgemein gilt heute, dass die Veränderung des Lebensstils für die meisten Patienten mindestens so wichtig ist wie die Medikamente, wenn nicht wichtiger. Unsere Gesprächspartner, die wir Ihnen in dieser Ausgabe von medizin individuell vorstellen, machen uns auf eine wichtige Voraussetzung dafür aufmerksam, dass Patienten in die Lage kommen, ihre lebenslangen Gewohnheiten zu verändern: Die Wahrnehmung der eigenen Vitalität, die liebevolle Aufmerksamkeit für den eigenen Körper.

Eine spannende "Gebrauchsanleitung" dafür ist das in Herdecke entwickelte Konzept der "drei Hochdrucktypen", das es erlaubt, die Therapie individuell zu steuern. Auch setzt es vor allem auf die Initiative des Patienten, schürt dabei aber keine Ängste ("Wenn Sie sich nicht bewegen, bekommen Sie in drei Jahren einen Schlaganfall..."), sondern arbeitet mit positiver Motivation.

Mit den Medikamenten der Anthroposophischen Medizin stehen auch differenzierte Arzneimittel für die unterschiedlichen Konstitutionstypen zur Verfügung, die die konventionellen Medikamente ergänzen können.

Wer sich selbst besser kennenlernt, wird auch mit dem Hochdruck besser umgehen davon sind wir überzeugt.

Hier können Sie die komplette Ausgabe als Acrobat PDF herunterladen.