Zur Startseite...

Nr. 45/46 | 13. Jahrgang

Erwachsenwerden

Erwachsen werden ist keine Krankheit – zum Glück. Aber die Entwicklungs-Herausforderungen für junge Menschen sind groß und führen nicht selten zu Krisen, in denen auch therapeutische Hilfe gefragt ist. Das setzt Verständnis und Interesse für den Heranwachsenden voraus. „Jeder junge Mensch braucht (mindestens) eine Person, die wirklich an ihm interessiert ist“ – so heißt es in einem der Gespräche mit Therapeuten in dieser Ausgabe.

Peter Matthiessen, erfahrener Psychiater aus Herdecke, stellt die Befähigung zu mehr Selbstständigkeit und die Zukunftsorientierung in den Mittelpunkt. Er stellt sie der „paralysierenden Perspektivlosigkeit“ gegenüber, die die moderne Ge-sellschaft dem nicht angepassten Jugendlichen bietet. Barbara Blankenburg schildert das aktuelle Konzept der Station für junge Erwachsene in Herdecke, die Bedeutung der Gruppe und die Übergangshilfen nach einer stationären Behandlung. Michaele Quetz, Silke Biesenthal-Matthes und Stefan Dörner aus dem Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin beschreiben Ursachen für die wachsende Verunsicherung junger Menschen und typische Störungsbilder des Erwachsenwerdens heute.

Karl-Heinz Ruckgaber und Boris Krause aus der Filderklinik stellen am Beispiel der Essstörungen dar, wie es in der Therapie gelingen kann, eigene Gefühle zuzulassen und mehr Selbstbewusstsein zu gewinnen. Haci Bayram von der Jugend- und Suchthilfe Parceval in Berlin zeigt, wie befristete therapeutische Lebensgemeinschaften jungen Menschen mit Suchtproblemen Beziehungsangebote machen können. Dörte Hilgard und Michael Meusers aus Herdecke beschreiben die speziellen Probleme von Heranwachsenden mit chronischen Krankheiten am Beispiel des Diabetes.

Ganz besonders zur Lektüre empfehlen möchten wir die Berichte der Jugendlichen selbst, die offen und Mut machend über ihre Probleme und Zukunftshoffnungen erzählen: Lena und Marie, Jonas und Johanna, Jan, Lilli und Katharina. Auch wenn ihre Namen aus verständlichen Gründen in Wirklichkeit anders lauten, so spricht doch aus jedem Schicksal eine authentische, individuelle Facette des Erwachsenwerdens.

Hier können Sie eine Leseprobe dieser Ausgabe als Acrobat PDF herunterladen.