Zur Startseite...
Integrative Onkologie

Nr. 50/51 | 14. Jahrgang

integrative onkologie

dem krebs die stirn bieten

Editorial

Krebs betrifft den ganzen Organismus. Zwar wächst ein Tumor zunächst lokal, aber seine Tendenz, Metastasen zu bilden, sowie charakteristische Symptome in anderen Organsystemen machen den "systemischen Charakter" der Krebserkrankungen deutlich. Der Gedanke, den ganzen Organismus, ja den ganzen Menschen bei der Auseinandersetzung mit dem Krebs zu unterstützen, liegt also nahe. Genau das meint der Begriff "Integrative Onkologie". Umso erstaunlicher, dass ein solcher umfassender Behandlungsansatz erst in jüngster Zeit beginnt, sich durchzusetzen vor allem auf Druck der vielen Patienten, die eine Therapie suchen, bei der sie auch selbst etwas für sich tun können. Aber es bewegt sich etwas: In den USA wird die Integrative Onkologie an großen Krebszentren wie dem Memorial Sloan Kettering oder der Mayo Klinik praktiziert und weiter entwickelt. Und in Deutschland hat sich in der Deutschen Krebsgesellschaft, der größten medizinischen Fachgesellschaft, vor einigen Jahren immerhin eine Arbeitsgruppe "Prävention und integrative Onkologie" gebildet.

Die Anthroposophische Medizin verfolgt seit ihrer Gründung in den 1920er Jahren einen solchen integrativen Behandlungsansatz, gerade in der Krebstherapie. Am bekanntesten ist die Behandlung mit Medikamenten, die aus der Mistel gewonnen wurden, ein nach wie vor spannendes Forschungsgebiet.

In dieser Ausgabe von medizin individuell stellen wir Ihnen die Integrative Onkologie vor, wie sie in der Anthroposophischen Medizin bis heute entwickelt worden ist. Ihr therapeutisches Ziel ist es, wie es Gerhard Kienle einmal formulierte, "den kranken Menschen darin zu unterstützen, seine individuellen Möglichkeiten zu erkennen und in der Auseinandersetzung mit seinem Leib, seinem Schicksal und seiner Umwelt neue Verwirklichungsmöglichkeiten zu veranlagen." Den ganzen Menschen behandeln heißt eben auch, ihn gerade in seinem Kern anzusprechen, seiner Individualität: Hoffnung zu vermitteln, dass Entwicklung immer möglich ist, dass sie einen Sinn haben kann, "ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

Hier können Sie eine Leseprobe dieser Ausgabe als Acrobat PDF herunterladen.