Zur Startseite...

Nr. 56 | Im Mittelpunkt: Die Frau| 16. Jahrgang

Im Mittelpunkt: Die Frau

Liebe Leserin, lieber Leser,

es hat sich inzwischen herumgesprochen: das Finanzierungssystem der Krankenhäuser, die sogenannten Fallpauschalen (DRGs), macht es Ärzten und Pfl egenden immer schwerer, im Sinne einer guten Medizin zu handeln. Der Zeitdruck wächst, die Bürokratie nimmt zu, und die „Arbeitsverdichtung“ erlaubt kaum noch individuelle Zuwendung. Finanzielle Fehlanreize begünstigen aufwändige Interventionen statt zurückhaltender Begleitung.

In den Anthroposophischen Krankenhäusern werden wir immer wieder gefragt: „Euer Ideal ist eine Medizin, die der Individualität gerecht wird – wie gelingt euch das in einer solchen Situation? Die Rahmenbedingungen für eure Krankenhäuser sind doch die gleichen wie für alle anderen?“

Am Beispiel der Frauenheilkunde zeigen wir in dieser Ausgabe, welche Herausforderung es darstellt, dem Ideal einer individuellen Medizin zu folgen, und gleichzeitig eine Krankenhausabteilung wirtschaftlich zu führen. Drei Leitende ÄrztInnen diskutieren engagiert über die Konfl ikte, die sie dabei aushalten müssen und in denen sie sich im Zweifel immer wieder für das Wohl der Frauen entscheiden.

Ihr Zorn und ihr Mut widersprechen all jenen, die in einer standardisierten, prozessoptimierten Hightech- und Fließbandmedizin die Zukunft sehen. „Oft gibt es Behandlungsalternativen, und nicht selten ist der große Eingriff vermeidbar.

Sie können selber entscheiden – wir unterstützen Sie dabei aus voller ärztlicher Verantwortung“, das ist ihre Botschaft an die Frauen.

In diesem Sinne ist die Frauenheilkunde exemplarisch für die moderne Medizin im Krankenhaus.

Herzlich, Ihr
Peter Zimmermann

Hier können Sie eine Leseprobe dieser Ausgabe
als Acrobat PDF herunterladen.